Hausbesuch Dreesen

„Nachhaltigkeit im Verpackungsbereich – Einsparungsmöglichkeiten und Grenzen im Frischebereich“

Am 24.09.2020 fand, unter den geltenden Hygienerichtlinien, der Hausbesuch bei dem Kräuterhersteller Dreesen Frischekräuter GmbH & Co. KG in Bornheim-Sechtem statt. Es wurde trotz der zu beachtenden Hygiene- und Abstandsregeln eine sehr gelungeneVeranstaltung!

Den Einstieg in das Thema der Veranstaltung „Nachhaltigkeit im Verpackungsbereich – Einsparungsmöglichkeiten und Grenzen im Frischebereich“ machten Susanne Widera und Nicole Opreé von Dreesen Frische Kräuter, die die Probleme der verschiedenen Verpackungsmaterialien für den Kräuterbereich herausstellten. Nachhaltigkeit ist der Firma Dreesen ein großes Anliegen, daher startete das Unternehmen zahlreiche Versuche mit verschiedensten nachhaltigen Verpackungsmethoden. Da frische Kräuter aber sehr empfindlich sind und schnell an Festigkeit und Feuchtigkeit verlieren, gestaltete sich ein Wechsel des Verpackungsmaterials als sehr schwierig. Eine starke Reduzierung des Verpakungsgewichts und damit des Plastikaufwands stellte sich schließlich als die für die Kräuter beste und nachhaltigste Methode heraus.

Die Impulsvorträge schlossen an dieses Thema an. Jan Niklas Frase, Doktorand am INRES Institut für Nachwachsende Rohstoffe der Universität Bonn, berichtete über seine Untersuchungsergebnisse zu der Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen und Agrarreststoffen zu Verpackungsmaterialien. Aus nachwachsenden Rohstoffen, wie beipielsweise der durchwachsenen Silphie, aber auch aus Reststoffen, die z.B. bei der Rosmarin- oder Thymianernte anfallen, lässt sich Papier herstellen, welches auch für die herstellung von Verpackungen einsetzbar ist.

Jessica Rumpf, Doktorandin an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg geht in ihrem Vortrag auf das Gewinnen von Lignin aus Low-Input Pflanzen (Miscanthus, durchwachsene Silphie, Paulownia) ein und nennt Anwendungsbeispiele. So kann man das Lignin möglicherweise als Film auf Verpackungen aus Papier nutzen, um die Lebensmittel frisch zu halten und zu schützen.

Dr. Antonia Albrecht von der Universität Bonn griff beide vorigen Vorträge auf und gab einen Überblick über die verschiedenen nachhaltigen Verpackungslösungen im Frischebereich. Besonders interessant sind hierbei die aktiven und die intelligenten Verpackungen. Aktive Verpackungen können antimikrobiell wirken und das Lebensmittel so länger frisch halten. Intelligente Verpackungen zeigen mit einfachen Mitteln die Frische des verpackten Lebensmittels an.

Feststeht, dass die Bedeutung und der Bedarf an nachhaltigen Verpackungslösungen zukünftig weiter ansteigen wird. Die Forschung zeigt schon einige Möglichkeiten auf, vieles muss jedoch noch weiter erforscht und für die Praxis ausgearbeitet werden.

Bevor Robert Dreesen die Anwesenden durch sein Unternehmen führte und sowohl den Anbaubereich, der aus Freilandflächen und Gewächshäusern besteht, als auch den Verarbeitungsbereich von Dreesen Frische Kräuter vorstellte, konnten sich die Teilnehmer bei Kaffee und selbstgemachter Kräuterbutter über die Vorträge und die Probleme sowie Chancen des nachhaltigen Verpackens austauschen und diskutieren.

bio innovation park, Veranstaltung „Hausbesuch bei dem Kräuterhersteller Dreesen Frische Kräuter in Bornheim-Sechtem“

Fotos: Luisa Pfingsten