Hausbesuch „Energie“ in der Grafschafter Krautfabrik

Mitten in der Rüben-Kampagne hat sich Geschäftsführer Stefan Franceschini persönlich Zeit genommen, den Vereinsmitgliedern einen Blick hinter die Kulissen der Grafschafter Krautfabrik zu geben.

Das traditionsreiche Familienunternehmen wurde 1893 durch Josef Schmitz in Meckenheim gegründet. Weithin sichtbar ist der alte Backsteinturm mit den Initialen SM – Schmitz Meckenheim -, der nicht nur als Orientierungspunkt dient, sondern auch die Bedeutung des Rübenkrautes deutlich macht: Die Grafschafter Krautfabrik ist deutscher Marktführer in der Herstellung von Zuckerrübensirup, selbstverständlich zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen. Moderne Produktionsanlagen – von den Pressen bis zur Verpackung – sichern eine effiziente Arbeitsweise, und der nachhaltige Umgang mit Wasser und Energie ist wichtiger Grundsatz des Unternehmens. Das Energiemanagementsystem wurde erstmals 2015 nach DIN EN 16247-1 zertifiziert.

Energieeffizienz

Kein Wunder also, dass die Grafschafter Krautfabrik Partner im Energieeffizienznetzwerk REGINEE der IHK Bonn/Rhein-Sieg mitarbeitet. In diesem 2016 gegründeten Netzwerk arbeiten elf Unternehmen zusammen mit dem Ziel, Energieeinsparpotenziale zu finden und durch Effizienzmaßnahmen einen Beitrag zur Treibhausgas-Reduzierung zu leisten. Fachlich beraten werden Sie dabei von der VEA, dem Bundesverband Energie-Abnehmer e.V.

Beim Hausbesuch erläuterte Michael Behr von der VEA, dass bis 2020 bundesweit 500 Energie-Effizienz-Netzwerke 5 Mio. t CO2 einsparen sollen, alles auf freiwilliger Basis. Die VEA setzt dabei auf eine win-win-Situation: Die Gewerbetreibenden sparen Kosten durch Effizienzmaßnahmen, das Klima gewinnt durch eingesparte Treibhausgase. Auch im Rhein-Sieg-Kreis können weitere Netzwerke angestoßen werden, problematisch ist derzeit allerdings der niedrige Energiepreis – viele Unternehmen haben deshalb kein Interesse am Thema Energieeffizienz.

Carbon-Foot-Print: CO2-Einsparmöglichkeiten sind ein wichtiger Indikator für eine nachhaltige Produktion. Die Unternehmen im bio innovation park sollten offensiv an diesem Thema arbeiten und mit ihren Produkten verknüpfen. Die IHK bietet Unterstützung im Bereich Energieeffizienz an. Für Fragen der Energiewende in Unternehmen ist die Alanus Hochschule der richtige Partner, um organisatorische Maßnahmen zu initiieren und das Engagement für Klimaschutz und Erneuerbare Energien bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu wecken.

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Blazejewski, Alanus Hochschule (Susanne.Blazejewski@alanus.edu), Rainer Neuerbourg, IHK Bonn/Rhein-Sieg (neuerbourg@bonn.ihk.de)

Erneuerbare Energien

Wie kann die Zukunft der Energieversorgung in den Gewerbegebieten im bio innovation park aussehen? Prof. Dr. Dieter Franke von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg erläutert eindrucksvoll, welche Auswirkungen das Wetter in Zukunft auf die Energieversorgung haben wird: Wolken verringern die Effizienz der Photovoltaikanlagen deutlich, und mit der „Cloud-Cam“ der Hochschule können Vorhersage – Speicher – Produktion – Verbrauch miteinander gekoppelt werden. Das Institut für Technik, Ressourcenschonung und Energieeffizienz (TREE) an der Hochschule forscht in diesem Themenbereich und bietet in der Lehre Praxissemester, Studienarbeiten und Projektwochen an.

Energieverbrauchsszenarien: Für die zukünftigen Gewerbegebiete sind Modellrechnungen für unterschiedliche regenerative Energieträger und die Modellierung verschiedener Szenarien möglich.

Kontakt: Prof. Dr. Dieter Franke, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Dieter.Franke@h-brs.de)

 

Vorträge

Michael Behr (REGINEE): Vorstellung des regionalen Netzwerks für Energieeffizienz

Prof. Dr.-Ing. Dieter Franke / Dipl.-Ing. Bernd Evers-Dietze (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg): Erneuerbare Energien nutzen